
Dreiteiliger Lesemodus der Online-Edition Societies under German Occupation – Experiences and Everyday Life in World War II. Foto: Agnes Laba 
Das Tagebuch der Eva Schiffmann wird digitalisiert und mit weiteren historischen Quellen als digitale Edition veröffentlicht. Foto: Wilma Schütze 
Historische Fotos werden für ein Erklärvideo abgefilmt, darunter ein Foto von Eva Schiffmann und ihren Geschwistern um 1918. Foto: Wilma Schütze 
Historisches Gefängnismodell mit auf Tablets abrufbarer augmented reality im neuen Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Wolfenbüttel, 2019 (Foto: Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel).
Unser Blog bündelt die Ergebnisse eines Workshop zu den Spezifika einschlägiger Online-Portale im Bereich der Zeitgeschichte. Die Autor/innen aus Geschichtswissenschaft, Geschichtsdidaktik, Gedenkstätten und dem Bibliothekswesen diskutieren anhand ausgewählter Beispiele die Einbettung der Digitalisierung in die mediale, methodische und inhaltliche Struktur des Faches Geschichte sowie den Umgang mit den Herausforderungen, die sich durch eine vorwissenschaftliche Internet-Praxis ergeben. Ausgangspunkt ist dabei die Beobachtung einer gewissen Kluft zwischen wissenschaftlich sowie medial-technisch aufwändiger Produktion und der Nutzung dieses Angebots, die vielfach eher flanierend und durch unsystematisches Googeln erfolgt, als durch eine systematische Verwendung der zur Verfügung stehenden Tools.
Angesichts der politischen Forderung nach intensivierter und beschleunigter Digitalisierung bedürfen viele der mit der fortschreitenden Digitalisierung verbundenen Fragen daher einer intensivierten Reflexion. Als zentral erscheint dabei ein vertieftes Nachdenken über die Auswirkungen der vielfach kostenintensiven Digitalisierungsprojekte für das geschichtswissenschaftliche und fachdidaktische Quellen-, Methoden- und damit Wissenschaftsverständnis.
Blog wie Workshop stellen die Auswirkungen der Digitalisierung für den Quellenbegriff, Tools und Aspekte der ästhetischen Gestaltung zur Debatte. Zudem wird nach einer zeitgeschichtlichen Themenspezifik und der Relevanzbestimmung gefragt und daran anschließend diskutiert, wie Auswahlprozesse und Epochentypisches zur Darstellung gebracht werden können. Damit richten sich beide Formate an alle Interessierten, die diese Portale nutzen und erstellen, und dies in Wissenschaft, Bildung und allen sammlungshaltenden Institutionen wie Archive, Bibliotheken und Museen.